Usability

Usability

Es geht um Usability, also um die Benutzerfreundlichkeit von Webseiten oder Software. Sie entscheidet zu einem großen Teil über den Erfolg. Daher gibt es eine Vielzahl von Methoden, um die Usability zu sichern.

Webseites und Anwendungen müssen so gestaltet sein, dass sich die Benutzer auf ihnen bzw. mit ihnen zurechtfinden. Die Benutzer stehen immer im Mittelpunkt - das ist das Prinzip der Usability, wie sie heute verstanden wird. Dass viele Betreiber von Webseites erkannt haben, wie wichtig Usability ist, hat vor allem zwei Gründe:

Nach der ersten Euphorie aus den Gründungszeiten des Web wurde klar, dass Webseites teuer sind und dass nur wenige Webseiten wirklich erfolgreich sind - nämlich solche, die die Benutzer in den Mittelpunkt stellen und nicht die Betreiber.

Menschen wie Jakob Nielsen, Steve Krug oder Jared Spool haben immer wieder betont, wie wichtig die Usability für den Erfolg einer Webseite ist.

  Nielsen ist der bekannteste Usability-Experte. Er hat in den USA eine Beratungsfirma, die sich auf Usability spezialisiert hat. Außerdem reist er um die ganze Welt und hält Vorträge auf Kongressen, bietet Seminare an und schreibt Artikel für viele Fachzeitschriften.

Was genau ist Usability?

Usability bedeutet nicht nur, dass die Seiten gut zu lesen sind, dass Buttons und Links als solche erkennbar sind und dass die Navigation verständlich ist. Das ist, was man gewöhnlich unter Benutzerfreundlichkeit versteht. Zu Usability gehört auch, dass die Struktur der Webseite auf den ersten Blick klar wird, dass der Benutzer immer weiß, wo er sich befindet, und dass die Texte dem Medium entsprechend aufbereitet sind. Inhalte und Präsentation bilden eine Einheit, alles ist auf den Benutzer ausgerichtet, der das Ganze benutzen soll.

Warum ist Usability wichtig?

Es kann nicht oft genug betont werden: Ist eine Webseite nicht benutzerfreundlich ("usable"), werden Chancen verschenkt, Benutzer anzuziehen und zum regelmäßigen Wiederkehren und/oder zum Kaufen zu bewegen. Wenn Sie die Regeln der Usability beachten, verdienen Sie (oder Ihr Auftraggeber) mehr Geld, oder Sie bekommen zumindest mehr Besucher für das, was Sie in die Webseite investiert haben.

Wie sichere ich die Usability?

Die Usability einer Webseite können Sie planen. Wenn Sie sich an die Vorgehensweise halten, sind die Chancen gut, eine benutzerfreundliche Webseite zu produzieren. Doch sicher sein können Sie nie. Daher sind die Usability-Tests so wichtig. Sie sind die einzige Möglichkeit, Probleme zuverlässig zu entdecken.

Bei einem Usability-Test setzen Sie einen potenziellen Benutzer vor Ihre Webseite und beobachten, wie er mit ihr umgeht. Das allein genügt, um viele Probleme aufzudecken. Dabei ist nicht die Frage, ob Sie Probleme finden, sondern nur, wie schwerwiegend sie sind. Es gibt keine Webseite ohne Usability-Probleme.

Usability-Tests sind etwas anderes als die üblichen Beta-Tests. Mit einem Beta-Test prüfen Sie, ob Ihre Anwendung fehlerfrei funktioniert - aus technischer Sicht. Bei einem Usability-Test prüfen Sie, ob die Benutzer mit Ihrer Webseite klarkommen - aus inhaltlicher Sicht. Deshalb sind Usability-Tests viel stärker mit dem Projektablauf verbunden. Finden Sie hier Fehler, müssen meist die Konzeption, Grafik und Programmierung überarbeitet werden. Bei technischen Problemen, wie sie im Beta-Test gesucht werden, muss normalerweise nur der Programmierer dafür sorgen, dass die Funktion korrigiert wird.

Wann sind die Usability-Tests sinnvoll?

Auf die Frage, wann Usability-Tests sinnvoll sind, gibt es eine einfache Antwort: immer. Je mehr Tests Sie durchführen, umso besser wird Ihre Webseite. Die entscheidenden Faktoren sind der Zeitplan und das Budget. Den Zeitplan haben Sie in der Hand. Planen Sie rechtzeitig ausreichend Zeit für Usability-Tests ein. Auch im Budget sollten sie enthalten sein. Dazu ist leider immer noch Überzeugungsarbeit nötig. Sie müssen sowohl den Kunden als auch nicht selten Projektleiter oder Geschäftsführer in Agenturen überzeugen, dass Usability-Tests nötig sind. Ihre wichtigsten Argumente sind dabei:

  • Kein Benutzer wird die Bedienung Ihrer Webseite lernen wollen. Versteht er sie nicht sofort, geht er zu einer anderen Webseite.
  • Kein Projektbeteiligter denkt wie ein potenzieller Benutzer der Webseite. Er kann sich nicht vollständig von seinem Hintergrundwissen frei machen, das den zukünftigen Benutzern fehlt.
  • Kein neues Auto wird produziert, keine Werbekampagne einer größeren Firma wird gestartet, bevor das Produkt nicht erfolgreich Tests bestanden hat. Man will kein Geld umsonst ausgeben und den Ruf der Firma nicht gefährden, indem man schlechte Produkte auf den Markt bringt.

Der letzte Punkt ist besonders wichtig, weil er zeigt, dass eine schlechte Webseite nicht nur keinen Erfolg haben wird, sondern dass sie auch den Ruf eines Unternehmens schädigen kann. Geht eine Bank schlampig mit ihrer Webseite um, werden viele Besucher mehr oder weniger bewusst daran zweifeln, dass diese Bank sorgfältig mit ihrem Geld umgeht. Mit einer benutzerfreundlichen Webseite schaffen Sie Vertrauen, mit einer schlechten Webseite setzen Sie das Vertrauen der Kunden aufs Spiel. Viele Tests haben nachgewiesen, dass Webseiten, die die Regeln der Usability beachten, eine größere Kundentreue und eine höhere Besucherfrequenz haben. Auf Einkaufssites steigen mit der Usability die Umsätze.

Dennoch werden die Erkenntnisse der Usability immer noch von vielen Webseiten ignoriert. Dazu ein bekanntes Zitat von Jakob Nielsen:

Unternehmen geben 40.000 Dollar für ihre Webseite aus, aber sie wollen die 4000 Dollar nicht investieren, um zu testen, ob die Webseite auch funktioniert.